Autor – Martin Zenhäusern / Inhaber Zenhäusern & Partner AG

In der Diskussion über die Digitalisierung und die digitale Transformation geht mitunter vergessen, dass der Mensch keine Maschine ist, die auf Knopfdruck ihre Arbeit verrichtet. Sondern ein Gesamtkunstwerk mit einer Hirnleistung ist, an die kein Mikroprozessor heranreicht – und zudem ein soziales Wesen mit Gefühlen und Emotionen. Diejenigen Unternehmen, die dies in Führung und Kommunikation berücksichtigen, werden zum attraktiven Arbeitgeber und zur Ideenfabrik.

 

In der allgemeinen Diskussion über die Auswirkungen der Digitalisierung kommt mir der Mensch eindeutig zu kurz. Manchmal erhält man den Eindruck, als würde der Mensch aus Sicht gewisser Experten und Manager wie eine Maschine funktionieren, die man beliebig an- und abstellt. Zudem frage ich mich in vielen Diskussionen, ob alle schon begriffen haben, dass der Umgang mit der Multigenerationalität – also mit Menschen verschiedener Generationen – längst schon Realität ist und nicht ein künftiges Phänomen, das sich am fernen Horizont langsam ankündigt. Tatsache ist: Die Millenials werden bis im Jahr 2025 rund 75 Prozent der Mitarbeitenden ausmachen und stellen deshalb eine zunehmend dominierende Kraft in der Arbeitswelt dar. 2025 – das sind gut fünf Jahre. Da tun wir gut daran, uns mit den Konsequenzen auf Führung, Kommunikation, Verhalten und Werte näher auseinanderzusetzen. Weiter wie bisher ist in jedem Fall keine Option mehr. Was also ist zu bedenken – und dann zu tun?

 

Was Menschen von Maschinen unterscheidet

Bei der teilweise schon fast hysterisch geführten Diskussion über die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI) geht häufig vergessen, dass schon viel gewonnen wäre, wenn wir die ganz normale Intelligenz vermehrt einsetzen würden. Das heisst: Die Dinge vom Ende her denken – dies nennt sich Strategie. Und transparent und konsequent handeln. Die Voraussetzungen dafür sind hervorragend: Mit den 200‘000‘000‘000 (200 Milliarden) Neuronen und den daraus möglichen 100‘000‘000‘000‘000 (100 Billionen) Synapsen, also Verbindungen zwischen den Hirnzellen, kann das menschliche Hirn 10‘000‘000‘000‘000‘000 (10 Billiarden) arithmetische Operationen pro Sekunde leisten. Das kriegt kein Mikroprozessor hin. Natürlich kann man hier einwenden, dass die Maschinen und Roboter, vollgestopft mit KI, dem Menschen teilweise überlegen sind. In einer einzelnen Disziplin können sie jeden Menschen schlagen. Was sie jedoch nicht können, ist, mit ungenauen Vorgaben oder unvollständigen Informationen umzugehen. Und schon gar nicht mit Emotionen und den Signalen der Körpersprache. Zunächst einmal sind und bleiben sie technische Konstrukte, die wenig bis nichts verstehen und Spontaneität und Kreativität gänzlich vermissen lassen. Also geht es vor allem darum zu lernen, die KI im Arbeitsprozess richtig einzusetzen.

 

Permanentes Lernen und die Lust auf Kooperation

Hier wäre ein erster Ansatzpunkt gegeben, wie sich Führung und Kommunikation in Zukunft verändern könnten (oder noch besser: sollten). In der digitalen Welt geht es schlicht und einfach um zwei Dinge: Erstens darum, ständig zu lernen – durch Zuhören, durch Beobachtung, im Dialog mit anderen. Und zweitens geht es darum, mit anderen zu kooperieren. Das ist der eigentliche Zweck eines Unternehmens: Mit anderen zusammenarbeiten, um Ziele zu erreichen, die alleine nicht erreichbar wären. Die Frage lautet nun, wie wir ein Umfeld schaffen, in welchem permanentes Lernen und die Lust zur Kooperation ermöglicht wird? Ist es das bestehende Umfeld mit den Grossraumbüros, den Belohnungssystemen, den Zielvereinbarungen und den institutionalisierten Kommunikationskanälen?

Nehmen wir dies der Reihe nach etwas näher unter die Lupe. Zuerst zum Arbeitsplatz: Viele Studien besagen, dass der Mensch in einer vertrauten Umgebung, wo er sich zuhause fühlt, mehr leistet als in einer unpersönlichen Massenhaltung oder ohne festen Arbeitsplatz. Ebenso hat sich erwiesen, dass bei der Schaffung von Grossraumbüros die direkte Kommunikation zwischen den einzelnen Mitarbeitenden markant zurückgegangen und die E-Mail-Flut ebenso markant gestiegen ist.

Ein weiteres Indiz, dass viele Unternehmen die Chancen der Kooperation nicht erkennen und damit auch nicht nutzen, ist in den traditionellen Organisationsformen und Strukturen begründet. Die Frage sei erlaubt: Warum belohnen wir mit unseren Bonussystemen immer noch die individuelle Leistung, anstatt dass wir zum Beispiel Teams oder Abteilungen für ihre Leistung auszeichnen? Damit würden wir die Kreativität fördern und den Teamspirit stärken.

 

Team und Kunden statt Solisten

Ebenso verhält es sich mit den Zielvereinbarungen und den Jahresendgesprächen, die zwar viel Bürokratie verursachen, aber letztendlich nicht den erwünschten Effekt haben, weil die Kriterien, nach denen Leistung gemessen wird, der Realität im Arbeitsumfeld häufig nicht gerecht werden. Warum nicht dem Team mehr Kompetenzen und Autonomie einräumen im Hinblick auf Leistung und Verhaltenskodex? Hand aufs Herz: Kann ein Team, das tagtäglich eng miteinander kooperiert, nicht besser beurteilen, wer was und wie viel zur Gesamtleistung beiträgt, was richtig läuft und was verbessert oder verändert werden soll? Warum nicht Team-Gespräche einführen, gut moderiert von einem unabhängigen Experten? Und warum nicht dazu auch gezielt Kunden einladen, damit man besser verstehen kann, was sie stört, wo sie nicht weiterkommen, wie man ihnen helfen, mit ihnen besser zusammenarbeiten kann?

Und damit zu den Kommunikationskanälen. Die Frage sei erlaubt: Kommunizieren wir mit den Mitarbeitenden in einer adäquaten Form, oder verwenden wir einfach die für uns bequemsten Kommunikationsmittel? Viele Manager tun sich schwer mit der direkten Kommunikation von Angesicht zu Angesicht. Sie schreiben lieber, als dass sie reden. In Zeiten der Beamer-Präsentationen und der Aneinanderreihung von Halbsätzen und substantivierten Verben haben viele verlernt, sich klar auszudrücken. So entstehen Missverständnisse, was zu Fehlleistungen, Konflikten und schlechter Stimmung führt. Führungskräfte tun gut daran, wenn sie sich der Kaskade der guten Kommunikation bedienen: Wann immer möglich, das Gespräch von Angesicht zu Angesicht suchen. Wenn dies nicht möglich ist, dann der Griff zum Telefon. Und erst dann eine E-Mail. Und auch diese kurz, auf den Punkt gebracht und klar strukturiert.

 

Balance finden zwischen Vorgaben und Autonomie

Der Mensch braucht Vorgaben und Ziele, an denen er sich orientieren kann. Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist, dass der Mensch Freiheit und Autonomie braucht, um sich entfalten zu können. Für ein international ausgerichtetes Unternehmen – und eine Vielzahl von Schweizer KMU sind dies – ist deshalb die Frage zentral, wie viel Vorgaben notwendig sind und wie viel Freiheit vor Ort gewährt werden soll. Die Ländergesellschaften kennen in der Regel die Kunden vor Ort besser, sind näher am Geschehen als die Zentrale. Die Balance zwischen Direktive und Autonomie zu finden ist eine stete Herausforderung für das Management.

 

Der Unterschied zwischen Original und Kopie

Wer ist der Treiber des Wandels? Wer kann Ideen kreieren, sich auf das Essentielle konzentrieren, im Chaos den Überblick bewahren? Wer ist das Original? Der Mensch. Die Maschine ist lediglich die Umsetzerin der Innovation, sie ist skalierbar und damit Kopie. Dies sollten wir uns bei der Diskussion um die Digitalisierung stets vor Augen halten. Sie bietet unter dem Strich sehr wahrscheinlich viel mehr Chancen als Risiken – mit dem Menschen im Cockpit, nicht auf dem Beifahrersitz. Denn die Zukunft kommt nicht einfach. Sie wird gemacht.

 

Dieser Artikel erschien im KMU Magazin

Autor – Thomas Meier / CEO InfoGuard AG

Die Digitalisierung hat neben vielen Vorteilen einen gewichtigen Nachteil: Das Risiko von Cyberattacken steigt – und zwar deutlich. Deshalb ist es wichtig, seine Cyber Resilience auf allen Unternehmensebenen zu stärken und sich nicht nur auf immer höhere Sicherheitsmauern zu verlassen.

 

Beim Thema Digitalisierung wird oft zu wenig an die Sicherheit gedacht – ein fataler Fehler. Denn jede Entwicklung und jedes Konzept – egal ob Industrie 4.0, IoT, As-a-Service-Modelle usw. – lösen automatisch Sicherheitsfragen aus. Hinzu kommt, dass Angreifer immer effizienter und professioneller arbeiten. So dauert es nicht selten Wochen oder gar Monate, bis ein Angriff entdeckt wird. Deshalb ist es unerlässlich, mehr in die Erkennung und Reaktion auf Cyberattacken zu investieren.

Ein systematischer Sicherheitsansatz ist das A und O erfolgreicher Cyber Security. Dabei müssen sowohl das Risikomanagement, der Schutz der Informationen, die Erkennung und Reaktion auf Sicherheitsvorkommnisse als auch die Wiederherstellung und Optimierung berücksichtigt werden.

 

Stärken Sie Ihr Sicherheits-Immunsystem

In der Cyber Security verhält es sich wie bei einer Grippe: Es ist praktisch unmöglich, alle (Cyber-)Viren einzufangen, jedoch kann das Ausmass der Grippe dank einem starken Immunsystem eingedämmt werden. So ist auch der Auf- und Ausbau zielgerichteter Massnahmen zur Stärkung der Widerstandskraft gegen Cyberattacken (Cyber Resilience) unabdingbar. Damit das gelingt, muss Cyber Resilience im Management wahrgenommen und entsprechend umgesetzt werden.

Cyber Resilience bedeutet aber nicht, nur die Sicherheitsmauern ständig zu erhöhen. Zum einen kommt der Architektur des Unternehmensnetzwerks eine wichtige Bedeutung zu. Zum anderen geht der Trend klar in Richtung einer intensiveren Überwachung der Sicherheitssysteme sowie der Erkennung von Vorfällen, wie es auch das NIST Cyber Security Framework empfiehlt. Eine simulierte Cyberattacke kann hier wertvolle Erkenntnisse liefern. Es braucht aber auch neue Sicherheitsansätze, bei denen die Detektion und Reaktion auf Angriffe im Vordergrund stehen. Der Ansatz hier lautet: agieren statt reagieren.

 

Cyber Defence als 24×7 Aufgabe

Cyberattacken lassen sich nicht verhindern. Deshalb ist die Erkennung, Analyse und Reaktion auf Cyberangriffe umso wichtiger – und zwar 24×7. Genau hierfür ist ein Cyber Defence Center zuständig, das auch aktiv nach Bedrohungen und potentiellen Angriffen sucht. Deshalb basiert Cyber Defence nicht nur auf einer defensiven, sondern insbesondere auch auf einer offensiven Strategie. Das bedeutet konkret: Während sich das offensive Team (Red Team) auf die Simulation eines Angriffs fokussiert, konzentriert sich das defensive Team (Blue Team) auf die Abwehr. Die beiden «rivalisierenden» Gruppen haben zwar unterschiedliche Aufträge und Aufgaben, verfolgen aber dennoch ein gemeinsames Ziel: die Cyber Security des Unternehmens zu optimieren.

Moderne Cyber Security verlangt somit nicht nur hohe Schutzmauern, sondern auch eine starke Cyber Resilience. So können Sie Ihr Unternehmen nachhaltig schützen – auch im Zeitalter der zunehmenden Digitalisierung.

 

Dieser Artikel erschien in der UnternehmerZeitung

Autor – Flavio Niederhauser / Chief Executive Officer

Digitale Medien bieten KMU grosses Potential, den Customer Journey nachhaltig zu bereichern und die Kundenbeziehung zu stärken. Die Personalisierung und der gezielte Einsatz von digitalen Medien in den einzelnen Touchpoints ermöglichen dem KMU, einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil zu schaffen.

Den ganzen Artikel lesen Sie hier im PDF – Publikation im KMU-Magazin (21.02.2019)

Autor – Flavio Niederhauser / Geschäftsführer CDC

Bei der Entwicklung einer modernen sowie professionellen Website nimmt der Fachbegriff «Progressive Web Apps» in der Konzeptionsphase eine immer wichtigere Rolle ein. Viele Grosskonzerne überlegen sich, ihre aktuelle Website als Progressive Web App weiterzuentwickeln. Wird diese Thematik auch bald für die Schweizer KMU an Relevanz gewinnen? Die Antwort ist: Ja.

 

Was ist eine Progressive Web App?

Eine Progressive Web App (PWA) ist eine responsive Website, die zusätzlich relevante und benutzerfreundliche Funktionen einer nativen mobilen App beinhaltet. Mit dem Wort «Progressiv» wird impliziert, dass sich eine Web App an die technologischen Fähigkeiten des Browsers anpasst. Entscheidend ist dabei, je leistungsfähiger der Browser sowie das Betriebssystem sind, desto funktionaler ist die App. Ein weiterer Faktor ist, dass eine PWA auch immer offline funktioniert. Ausserdem kann ein Icon der PWA auf dem Smartphone mit nur einem Klick hinzugefügt werden. Folglich kann der User, wie bei einer App, mit Klick auf das Icon die PWA öffnen.

 

Dank den Vorteilen Visibilität schaffen

Eine PWA bringt einige Vorteile mit sich, die auch die Anforderungen der einzelnen Suchmaschinen positiv befriedigen. Ausserdem sind die normalen Apps nicht mehr so attraktiv für die einzelnen Unternehmen, da die User «App müde» sind. Das Herunterladen einer App birgt im heutigen digitalen Zeitalter gewisse Barrieren. Hier sind die gewichtigsten Vorteile einer PWA:

  • Ladegeschwindigkeit: Dank der optimierten Webstruktur und den Fokus auf das responsive Design wird die Ladegeschwindigkeit stark optimiert.
  • User Experience: Durch die cleane und durchdachte Struktur inklusive dem Funktionsumfang wird das Nutzererlebnis auf der Website positiv tangiert.
  • Bekanntheitsgrad: Die PWA muss in keinem App Store aktiv promotet werden, daher kann ein Unternehmen vom aktuellen Traffic das volle Potenzial ausschöpfen.
  • Google-Suche: Die PWA wird auch über die Google Suche eingebunden, somit werden alle User-Abfragen über Google ebenfalls abgeholt.
  • Kostengünstig: Eine aufwändige und kostenintensive native App wird somit überflüssig. Daher werden Ressourcen und Kosten eingespart. Nicht zu vergessen ist, dass eine native App auch im Unterhalt und Weiterentwicklung Kosten verursachen.
  • Push Notification: Eine zielorientierte Ansprache kann über eine PWA gefördert werden, indem gezielte Push Notifications versendet werden können.

 

Achtung: Komplexe Transaktionen

An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass PWA in ihrer Funktionalität gegenüber einer nativen App limitiert sind. Konkret bedeutet dies, dass bei vielen und komplexen Transaktionen (wie ein umfangreicher Webshop) eine native App zu bevorzugen ist. Kurz gesagt: Über PWA können manche Anwendungsfälle nicht abgebildet werden.

 

Soll nun ein KMU auf Progressive Web Apps setzen?

Diese KMUs, welche keine komplexen Anwendungsfälle in einem User Case haben, sollten auf PWA setzen. Dadurch können einerseits die technologischen sowie funktionalen Anforderungen seitens der Suchmaschinen in Zukunft positiv beeinflusst werden. Ausserdem erhöhen sich auch die User Experience sowie die zielorientiertere Kommunikation in der Vermarktung. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend zukünftig in der Webentwicklung durchsetzen wird.

 

Expertenmeinung

Progressive Web Apps orientieren sich an die zukünftigen sowie aktuellen Bedürfnisse in der Digitalisierung hinsichtlich der Anforderungen für Websites. KMU sollten bei ihrem Relaunch der Website auf diese neue Möglichkeit setzen.

 

Dieser Artikel erschien in der UnternehmerZeitung

Autor – Thomas Meier / CEO InfoGuard AG

Digitale Transformation ist in aller Munde und gilt als Game Changer für jedes Unternehmen. Was aber viele nicht wissen: Von der Digitalisierung profitieren langfristig vor allem diejenigen, die eine sichere IT-Infrastruktur haben. Cyber Security ist somit mehr als eine Voraussetzung für eine erfolgreiche digitale Transformation – sie ist ein Erfolgsfaktor.

 

Sinkende Kosten, höhere Effizienz, steigende Produktivität, mehr Umsatz, neue und grössere Geschäfte, Erweiterung der Produktpalette und des Dienstleistungssortiments und vieles mehr: Die Erwartungen an die Digitalisierung sind hoch. Was versprechen Sie sich davon? Und an welcher Stelle Ihrer Prioritätenliste steht bei Ihnen das Thema Digitalisierung? Aber selbst wenn das Thema für Sie nicht höchste Priorität hat, dürfte es kaum mehr einen Unternehmensentscheid geben, in den Digitalisierung nicht auf die eine oder andere Art hineinspielt – und das in jeder Branche.

Sie haben sich schon einmal den Begriff «industrielle Revolution» gehört. Die Wachstumsprognosen für vernetzte Maschinen und Geräte (IIoT) zeigen steil nach oben. Gerade im Produktionsumfeld wird in den kommenden Jahren ein regelrechter Boom an internetfähigen Maschinen und Geräten erwartet – aber nicht nur dort. Auch öffentliche Infrastrukturen werden zunehmend digital, beispielsweise Strom- und Breitbandversorgung, ebenso wie unsere Demokratie im Sinne von elektronischen Abstimmungen. Die Herausforderung besteht in der dadurch immer komplexeren IT-Umgebung. Wie auch immer Sie die Chancen der modernen Informations- und Kommunikationstechnologien nutzen, etwas sollten Sie dabei auf keinen Fall vergessen: die Sicherheit.

 

Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf die Sicherheit

Die Digitalisierung hat folgenschwere Auswirkungen auf die Sicherheit von Daten und IT-Systemen. Zum einen entstehen durch die zunehmende Vernetzung neue Angriffspunkte, zum anderen bergen neue und veränderte Aufgaben, Abläufe und Technologien immer ein Fehlerrisiko. Bestes Beispiel hier ist die oben genannte elektronische Abstimmung, die regelmässig aufgrund der Sicherheitsrisiken in den Medien thematisiert wird.

In Unternehmen führt die Digitalisierung und Vernetzung zu Effizienzsteigerung durch vereinfachte Prozesse, zu mehr Transparenz und Arbeitserleichterung im Alltag. Gleichzeitig steigt aber auch das Bedrohungspotenzial deutlich an, da mehr Angriffspunkte und zu verarbeitende Daten vorhanden sind. Im Umkehrschluss: Die Wahrscheinlichkeit von Cyberattacken auf Unternehmen steigt durch die Digitalisierung erheblich. Gleichzeitig erhält das Thema Cyber Security in Unternehmen immer noch zu wenig Gewicht, wie unzählige Studien und auch unsere Erfahrung zeigen. Mehr als ein Drittel der IT-Entscheider berichteten in der Studie «Potenzialanalyse Digital Security» von Sopra Steria Consulting, neue Technologien teilweise auch dann einzuführen, wenn noch nicht alle möglichen Sicherheitsrisiken bekannt und bewertet wurden. Fatal, aber in der dynamischen und hochkomplexen Zeit der Digitalisierung keine Seltenheit. Umso wichtiger ist es, ein Risikomanagement zu etablieren, eine effektive Cyber Security-Strategie zu erstellen und sich auf Cyberattacken vorzubereiten.

 

Digitalisierung und Cyber Security schliessen sich nicht aus

Damit das Risikopotential möglichst klein gehalten werden kann, müssen Digitalisierung und Cyber Security Hand in Hand gehen – gerade bei versorgungskritischen Infrastrukturen und sensiblen Daten. Denn diese sind ein besonders lukratives Ziel für Hacker. Aber auch wenn sie keine versorgungskritischen Infrastrukturen betreiben: Industrie 4.0, Internet of Things (IoT), X-as-a-Service-Business-Modelle, Sharing Economy, arbeitende Kunden, ortsunabhängiges Team-Working usw. sind ohne umfassende Sicherheitsmassnahmen langfristig nicht erfolgreich.

Sicherheitsfragen gehen jedoch nicht nur Sicherheitsverantwortliche etwas an – in erster Linie gehören sie ins Management. Wieso? Bei einem erfolgreichen Angriff sind oftmals geschäftskritische Prozesse betroffen. Ebenso geht es um das Risikomanagement und die Compliance, welche Kernaufgaben der Geschäftsführung sind. Die Daten von Kunden, Maschinen, Prozessen, Produkten und Innovationen müssen vor unerlaubten Zugriffen und Diebstahl geschützt werden. Es ist jedoch nicht erforderlich, dass das Management sich mit technischen und architektonischen Themen der Cyber Security auskennt. Es muss jedoch sicherstellen, dass Sicherheitsverantwortliche die finanziellen und personellen Ressourcen sowie das Know-how haben, um die erforderlichen Massnahmen ergreifen zu können. Ausserdem müssen die kritischen, besonders schützenswerten Vermögenswerte – die Kronjuwelen des Unternehmens – definieren. Dazu gehört auch festzulegen, welche Ausfallzeiten für welche Prozesse tolerierbar sind.

 

Weshalb Kultur ebenso wichtig ist wie Flexibilität und Mehrschichtigkeit

Um diesen Herausforderungen stand zuhalten, ist ein umfassendes, flexibles Sicherheitskonzept notwendig. Im Gegensatz zu traditionellen Prozessen ist Flexibilität besonders wichtig, denn die digitale Sicherheit muss sich der dynamischen Transformation laufend anpassen. Deswegen wird Cyber Security heutzutage auch mehrschichtig und flexibel aufgebaut. Eine möglichst hohe, dicke Mauer reicht nicht mehr aus, um Hacker aufzuhalten. Heutzutage ist ein gestaffeltes Sicherheitsdispositiv notwendig, um akute Gefahren schnell erkennen, isolieren und ausmerzen zu können. Unternehmen müssen sich konsequent mit aktuellen und neuen Risiken auseinandersetzen. Die Cyber Security-Strategie bildet dabei den bereichsübergreifenden Rahmen. Anerkannte Modelle für die Errichtung, Umsetzung, Überprüfung und kontinuierliche Verbesserung der eigenen Cyber Security sind internationale Standards wie ISO 27001 oder das NIST Cyber Security Framework. Diese bieten ein 360°-Modell für die Errichtung, Umsetzung, Überprüfung und kontinuierliche Verbesserung der eigenen Cyber Security und adressiert dabei die Bereiche: Identify, Protect, Detect, Respond und Recover. Ein solches Framework ist aber nicht nur zu Ihrem eigenen Schutz sinnvoll, sondern ist in einigen Branchen regulatorisch vorgeschrieben. Wichtig ist dabei ein systematisches Vorgehen, was ein umfassendes Risikomanagement, den Aufbau angemessener Sicherheitskonzepte sowie eine geeignete Sicherheitsarchitektur und Massnahmen zum Schutz, der Erkennung und Reaktion auf Sicherheitsvorfälle beinhaltet.

Hinzu kommt eine weiterer entscheidender Security-Bereich, den das Management berücksichtigen muss. Die beste Cyber Security-Strategie und Technologien sind nur halb so effektiv, wenn keine entsprechende Sicherheitskultur im Unternehmen vorhanden ist. Das Management muss diese vorleben. Sicherheitsbewusste Mitarbeitende sind entscheidend, wenn es darum geht Cyberattacken abzuwehren. In Kombination mit einer umfassenden Cyber Security-Strategie legt dies die Erfolgsbasis für die digitale Transformation des Unternehmens und schafft nicht zuletzt ein nachhaltiges Kundenvertrauen.

 

Dieser Artikel erschien im KMU Magazin

Autor – Roland Imoberdorf / Leiter Solutions der UMB AG

In der Schweiz gibt es eine Digitalisierungslücke. Für Schweizer KMU bestehen grosse Schwierigkeiten mit dem Zugang zu echter Digitalisierung, einschliesslich kognitiver Prozesse.

Algorithmen spielen eine immer grössere Rolle in der geschäftlichen Effizienzfindung. Gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen besteht deshalb ein klares Bedürfnis nach integrierten Digitalisierungslösungen. Denn, wie auch eine aktuelle Studie der Hochschule Luzern zeigt, scheinen inzwischen die meisten Unternehmen realisiert zu haben, dass sie ihre Strategie entsprechend ausrichten müssen.

Um solch Digitalisierungsstrategien dann auch wirklich in die Tat umsetzen zu können, benötigt man im Kern sogenannte Workflow-Management-Systeme, welche die Arbeitsabläufe zwischen Applikationen (wo sich diese auch physisch befinden) automatisiert und integriert und dabei auch menschliche Interaktionen ermöglicht. Die sogenannte Prozessautomatisierung soll wiederholte Abläufe in- und ausserhalb (Kunden, Lieferanten) des Unternehmens effizient koordinieren und wenn möglich, Medienbrüche auflösen. Das Workflowsystem stellt somit den roten Faden in den Arbeitsabläufen dar.

Soweit so gut, nur waren diese Systeme bis vor kurzem für KMU unerschwinglich. Dies fängt an von den Lizenzkosten, Projektumsetzung, fehlenden IT Ressourcen bis zum Betrieb der Workflow-Management-Systeme. Software as a Service ist hier die Lösung für die KMU. Heute gibt es viele kostengünstige Digitalisierungslösungen, welche als Service aus der Cloud bezogen werden können und die heutigen Herausforderungen für die Digitalisierung der KMU abdecken. Nur gilt es dabei einige Regeln zu beachten.

 

Die heutigen Herausforderungen für die KMU

Systemübergreifende Abläufe innerhalb des Unternehmens, aber auch mit Kunden und Lieferanten, werden noch heute vielfach mit Papierformularen, Excel oder per eMail ausgeführt und sind so nicht digital integriert und dadurch intransparent und letztendlich auch teuer, unübersichtlich und ineffizient. Unterschiedliche Prozesse und Geschäftsprozessanforderungen werden mit individuellen Schnittstellen und isolierten Lösungen abgebildet und machen dadurch die Systeme noch komplizierter und die Datenqualität leidet enorm. Teure und zeitaufwändige Medienbrüche bleiben bestehen und Ende des Tages ist der Sachbearbeiter mit den Systemen, statt mit dem Kunden beschäftigt und die Mitarbeiterzufriedenheit kann dadurch sinken. Eine andere Beobachtung ist, dass Anpassungen am Geschäftsprozess direkt im Kernsystem vorgenommen werden. So werden standardisierte Module verändert und führen beim nächsten Upgrade des Systems zu teils massiven Mehrkosten und Abweichung vom Standardprozess des Softwarelieferanten, sprich der eigentliche Geschäftsprozess ist End-to-End nicht mehr erkennbar. Neue Innovationen und Geschäftsmodelle können so nicht oder nur ungenügend am Markt platziert werden.

 

Regeln für die Automatisierung der Geschäftsprozesse

Für die Automatisierung der Geschäftsprozesse stehen für die KMU eine Vielzahl von kostengünstigen Cloud-Lösungen zur Verfügung (auch aus Schweizer Rechenzentren), aber einige elementare Regeln gilt es dabei zu beachten. Eine davon ist die Lizenzierung, welche möglichst einfach sein sollte und entsprechend auf die Unternehmensanforderungen passt, wie zum Beispiel eine monatliche Pauschale oder Business Linked Pricing, welches sich am Geschäftsgang des Unternehmens orientiert.

Weiter ist darauf zu achten, dass die Tools und Software die Notation BPMN 2.0 vollständig und durchgängig von der Modellierung bis zum Workflow-Management-Server unterstützt. Dies ergibt eine einigermassen minimale Unabhängigkeit von den Prozessen des Unternehmens zu den Workflow Cloud-Lösungen. D.h. diese Prozesse, modelliert in BPMN 2.0, können auf Software von unterschiedlichsten Anbietern ausgeführt werden. Business Process Model and Notation (kurz BPMN) ist eine grafische Spezifikationssprache im Prozessmanagement. Sie stellt Symbole zur Verfügung, mit denen Geschäftsprozesse und Arbeitsabläufe modelliert und dokumentiert werden, ähnlich wie das allseits bekannte Visio. Sowohl die Modellierung, wie auch die Ausführung der Prozesse in einem Workflow-Management-System werden als Cloud-Service bezogen. Die Benutzerführung erfolgt Webbasiert und auch geräteunabhängig. Weitere Prozesse können nun einfach zur Ausführung gebracht werden. Die Benutzeroberfläche bleibt dieselbe und der Prozess ist End-to-End sichtbar. Die unterschiedlichsten Prozesse, von Produktions- bis zu administrativen Prozessen, können nun nach und nach digitalisiert werden, d.h. die digitale Unternehmensstrategie wird auf diese Weise umgesetzt.

Mehrwert liegt in der Integration der Daten

Die Prozesse sind nun transparent dargestellt und mittels KPI (Key Performance Indikatoren) wird der Prozess via Dashboards analysiert und alle Arbeitsschritte können bei Bedarf entsprechend optimiert werden. Ist er aber auch echt digitalisiert und vorallem integriert? Nein, denn die meisten Cloud-Lösungen bieten keine (oder fast keine) Integration in die Applikationen und somit in die Daten des Unternehmens an. Der Prozess ist zwar digitalisiert, analog einer Strichliste und End-to-End sichtbar, aber nicht integriert. In einem ersten Schritt macht es sicher Sinn, zuerst einmal den Prozess transparent darzustellen und die Integration der Daten in einem zweiten Schritt vorzunehmen. Eine Datenintegration aus den Workflowsystemen in die Kern- und Umsysteme des Unternehmens oder die des Partners oder Kunden sind der echte Mehrwert und stellt daher eine echte Digitalisierung dar. Nur wenige Cloud-Lösungen bieten dies heute an. Sind die Daten der diversen Applikationen zusätzlich im Prozess integriert, haben wir nun eine perfekte Verlinkung der Daten und die gewünschten Informationen werden im Kontext für den Mitarbeiter oder Kunden angezeigt. Genau dies ist in der echten Digitalisierung anzustreben.

Viele sich wiederholende und mühsame Arbeiten werden dadurch minimiert oder gänzlich abgelöst. Mehrfach im Unternehmen vorhandene Stammdaten, Verträge und Dokumente werden aus den verschiedensten Systemen im Kontext des Kunden im Portal angezeigt und nach Bearbeitung in die Kern- und Um-Systeme zurückgeschrieben. Der Status des Auftrages ist für das Unternehmen, wie auch für die Partner, auf einen Blick sichtbar und muss nicht über verschiedene Systeme abgefragt werden und Ende des Tages wird auch die Datenqualität erhöht.

 

Einige Praxisbeispiele der Digitalisierung im KMU Umfeld

Einige wenige klassische Beispiele, welchen wir im Alltag immer wieder begegnen, gehen von Spesenabrechnung, Freigabeprozess, Ferienantrag, Adressänderungen, Meldesystem, komplette Auftragsabwicklung, Kreditorenworkflow, Innovationsantrag, Beschaffung, Ein- und Austritt, Produkte- und Kundeneröffnung bis zum Stammdatenabgleich. Gerade der Stammdatenabgleich über diverse Systeme stellt teilweise eine Herausforderung dar, da zusätzlich zur Datenintegration auch noch eine Transformation der Daten (als Beispiel die Artikelnummer) stattfinden muss. Wenige Digitalisierungsangebote aus der Cloud können diese Anforderungen heute abdecken.

Bei der Digitalisierung geht es schlussendlich nicht nur um Technologien. Es geht auch darum, Raum für Kreativität zu schaffen und Experimente zuzulassen, denn Digitalisierung kann nur durch Innovation gelingen. Die Chief Digital Community bietet den KMU, Branchen unabhängig, eine Plattform um Informationen, Erfahrungen und Wissen im Umgang mit der Umsetzung der Digitalisierung an.

 

Dieser Artikel erschien im KMU Magazin

Rotkreuz, 14. März 2019. – Nichts wird unsere Welt so verändern wie die digitale Transformation. Auch Schweizer KMU sind von den umwälzenden Veränderungen betroffen und sollten sich fit dafür machen. Der DigiBarometer, 2018 erstmals durchgeführt von der Beratungsplattform Chief Digital Community (CDC) in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern – Informatik, zeigt den grossen Nachholbedarf auf. Zwar sehen 97 Prozent der KMU die digitale Transformation als Chance, aber erst 20 Prozent beschreiten diesen Weg bisher erfolgreich.

Menschen, Märkte und Gesellschaft werden sich grundlegend wandeln. Neue Technologien zwingen Unternehmen, ihre Geschäftsmodelle radikal neu zu denken und bieten enorme Wachstumschancen. Diese Chancen aber sollen von den Unternehmen auch genutzt werden können. Die Bewältigung der digitalen Transformation bedeutet in direkter Konsequenz eine gewaltige Anstrengung gerade bei bestehenden Unternehmen. Altbewährte Denkmuster und Strukturen müssen durchbrochen, neue Vorgehensweisen und Geschäftsmodelle entwickelt werden. Der Innovations- und Veränderungsdruck wird zu einer kontinuierlichen Herausforderung – auch für Schweizer KMU.

Vor diesem Hintergrund führte die Chief Digital Community (CDC) in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern – Informatik im Jahr 2018 zum ersten Mal den DigiBarometer durch, um die Situation der Schweizer KMU in Bezug auf die digitale Transformation zu erheben. Mittels dieser Umfrage konnten wichtige Erkenntnisse zur Situation der Schweizer KMU in der zunehmend digitalisierten Welt gewonnen werden, womit eine stärkere Sensibilisierung erwirkt werden soll.

  • 97 Prozent sehen die digitale Transformation als Chance.
  • 20 Prozent sind in der digitalen Transformation erfolgreich unterwegs, 68 Prozent teilweise erfolgreich.
  • 70 Prozent haben die digitale Transformation in der Unternehmensstrategie verankert, 13 Prozent planen dies ebenfalls.
  • 49 Prozent verfügen intern über ausreichend Know-how, bei 29 Prozent ist dies noch nicht der Fall.
  • 56 Prozent geben zur Ansiedlung der Expertinnen und Experten für die digitale Transformation innerhalb der Unternehmensstruktur keine Antwort. 24 Prozent nennen dazu die Geschäftsleitung.
  • 49 Prozent statuieren, dass sie intern über zu wenig Ressourcen für die digitale Transformation verfügen.
  • 46 Prozent nennen Produkte und Dienstleistungen als Reaktionsbereich der digitalen Transformation.

28 Prozent antworten, ihr Verwaltungsrat verfüge über ein hohes Wissen, weitere 8 Prozent beurteilen dieses gar als sehr hoch. Dem gegenüber stehen 38 Prozent, die ihrem Verwaltungsrat tiefes oder sehr tiefes Wissen statuieren.

Download der Studie hier klicken (DigiBarometer 2018). 

 

Kontakt für Medienanfragen:
Chief Digital Community
Suurstoffi 41b
CH-6343 Rotkreuz
T: +41 41 228 22 22
M: info@chiefdigital.ch
W: www.chiefdigital.ch

Autor – Dani Weder / Vorstandsmitglied

Im Roboterzeitalter läuft die menschliche Evolution Gefahr, der digitalen Entwicklung und Transformation hinterherzuhinken. Die Auswirkungen sind unklar, auch für die Unternehmen. Deshalb ist die Auseinandersetzung damit so wichtig.

Den ganzen Artikel lesen Sie hier im PDF – Publikation im KMU-Magazin (21.02.2019)

 

 

Autor – Flavio Niederhauser / Geschäftsführer CDC

Die Digitalisierung sowie die digitale Transformation bergen für Schweizer KMU neue Chancen. Wie können Unternehmen aber an diesem Wandel partizipieren? Vier Erfolgsfaktoren legen dabei die Grundlage.

Erster Faktor: Wie sieht die Zukunft meiner Branche aus? Zukünftige Trends in der Branche können durch eine umfassende Benchmark-Analyse ermittelt werden. Es sollten dabei nicht nur Mitbewerber aus der eigenen Branche miteinbezogen werden, sondern auch Unternehmen aus anderen Branchen. Mit einer solchen Analyse können disruptive Innovationen für das eigene Unternehmen eruiert werden. Ausserdem gilt es, das eigene Netzwerk zu erweitern sowie sich aktiv digitale Kompetenzen anhand von Weiterbildungen aneignen.

Zweiter Faktor: Habe ich das Knowhow und die Ressourcen für den digitalen Wandel? Hier gilt es, die gesamte Organisationsstruktur zu überdenken, denn neue Prozesse bewirken auch eine neue Struktur. Jedes Unternehmen muss sich fragen, ob die richtigen Experten dafür im eigenen Unternehmen vorhanden sind. Folglich sollten gezielt Fachkräfte eingestellt sowie für gewisse Themen – wie bspw. künstliche Intelligenz – Advisory beigezogen werden.

Dritter Faktor: Wie bringe ich die digitale Kultur in die Belegschaft? Hier sollte ein Unternehmen auf Visionäre und Missionare im Unternehmen setzen, welche die digitalen Projekte vorantreiben. Ein essentieller Punkt ist in diesem Hinblick auch das Change Management. Widerstände und Veränderungen sollten gezielt bearbeitet werden. Die Angst für Veränderung beginnt bereits in der Geschäftsleitung. Hier kann wie bereits erwähnt ein Advisory beigezogen werden. Wenn die Geschäftsleitung die neue digitale Kultur nicht vorlebt, sind Misserfolge in der Projektumsetzung vorprogrammiert. Damit die gesamte Belegschaft ein Verständnis für die digitale Kultur entwickelt, sind Guidelines zu erstellen, die klare und verständliche Rahmenbedingungen definieren. Ohne diese Rahmenbedingungen können sich die Mitarbeitenden in der neuen Kultur nicht orientieren.

Vierter Faktor: Wie konzipiere ich erfolgsversprechende digitale Geschäftsfelder? Ein Projekt sollte immer in Sprints definiert werden, damit ein Unternehmen laufend Optimierungen vornehmen sowie in einer frühen Phase erste Erfolge verbuchen kann. Positive Erfolgserlebnisse haben einen signifikanten Einfluss auf die Motivation der Mitarbeitenden und mindern gleichzeitig die Angst der Veränderung. Jedes Projekt sollte in einem frühen Stadium bereits ein Prototyp realisieren. Dank diesen Prototypen können die Kundenbedürfnisse laufend eruiert und abgefragt werden. Daraus resultiert ein iterativer Prozess, der in den einzelnen Projektphasen triviale Entscheidungen zulässt, die am Projektstart noch nicht definiert worden sind. Anhand dieser vier Erfolgsfaktoren können Schweizer KMU die Herausforderungen in der sich immer verändernden digitalen Welt zu ihren Gunsten nutzen.

 

Dieser Artikel erschien in der UnternehmerZeitung – Dezember 2018

Autorin – Prof. Ursula Sury

 

Im Rahmen von Digitalisierungsprojekte werden Businessprozesse neu überlegt und dokumentiert. Gegenstand der Businessmodelle und –prozesse ist heute praktisch immer die Bearbeitung von Informationen.  Diese Informationen haben häufig einen Bezug zu natürlichen Personen und somit muss man sich zwingend die Rechtskonformität mit dem Datenschutz und konkret bei EU-Bezug mit der Datenschutzgrundverordnung überlegen.

Die EU-Datenschutzgrundverordnung (und auch das aktuelle Schweizer Recht!) verlangt, dass Personendaten nur mit ausdrücklicher Einwilligung der betroffenen Person oder mit klarer gesetzlicher Grundlage bearbeitet werden. Zudem muss die Bearbeitung verhältnismässig und sicher sein. Die sichere und verhältnismässige Bearbeitung muss transparent gemacht und somit dokumentiert werden.

Bei und in Digitalisierungsprojekten muss den Datenschutzanforderungen nachgelebt werden. Die Betroffenheit von natürlichen Personen muss vorgängig abgeklärt werden. Das nennt sich Privacy Impact Assessment. Zudem muss der Datenschutz sowohl organisatorisch als auch IT-mässig für den Regelfall umgesetzt werden. Das heisst heute Privacy by design und Privacy by Default. Auch hier ist wieder Dokumentation gefragt.

Digitalisierung als Vernetzung und Bearbeitung von Informationen betrifft immer auch personenbezogene Daten und diese müssen die Datenschutzgesetzgebung der EU und/oder der Schweiz aktuell und in Zukunft berücksichtigen. Neu sind vor allem die Dokumentationspflicht  und die Sanktionen.